3 | 2016

Mobilität, Migration, Flucht - Aufbruch ins Ungewisse

INHALTSVERZEICHNIS

Versklavung, Menschenhandel, Arbeitsmigration, Flucht und Vertreibung: Migration existiert seit Anbeginn der Zeiten und ist oft der Antrieb für gesellschaftlichen Wandel. Die Redaktion hält es daher für wichtig, dem Thema – auch vor dem Hintergrund seiner Brisanz – eine eigene HABARI-Ausgabe zu widmen.

Um Ihnen den Einstieg in den komplexen Stoff zu erleichtern, haben wir Definitionen zentraler Begriffe sowie Statistiken am Anfang des Heftes platziert. Aktuell sind über 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Katastrophen. Während die deutschen Medien vor allem die Situation in europäischen Aufnahmeländern beleuchten, bleibt schnell vergessen, was sich in anderen Teilen der Erde abspielt. So ist Tansania seit Jahren ein wichtiges Aufnahmeland für Geflüchtete aus Burundi und trägt dadurch in hohem Maß zur Stabilität Ostafrikas bei. Der Beitrag von Hanno Brankamp gibt einen guten Überblick über den Burundi-Konflikt sowie die entsprechenden Reaktionen der tansanischen Flüchtlingspolitik seit den 1970er Jahren.

Die Lebensweise der Maasai als Halbnomaden steht vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Interessen als massiver Störfaktor gegenüber: Denn die Verantwortlichen zielen darauf ab, viel Land an (private) Investoren zu vergeben, um möglichst hohe Profite zu machen. Die von Arnold Kiel zusammengefassten Quellen dokumentieren, wie stark das Hirtenvolk von der aktuellen Entwicklung bedroht ist. Dass auch die ärmere ländliche Bevölkerung durch landwirtschaftliche Großprojekte zu Umsiedlungen gezwungen wird, thematisiert der Artikel von Alexa Lenz.

Bei sachlicher Herangehensweise gerät immer wieder außer Acht, dass sich hinter den Migrationsströmen einzelne Menschen mit ihren Biographien verbergen: Sie stecken voller Hoffnung auf eine gute Zukunft für ihre Familien und haben die Vorstellung von einem besseren Leben am Zielort. Durch Migration werden verschiedene Orte und Kulturen miteinander verwoben. So macht das Interview mit Julia Verne deutlich, dass Sansibari-Omanis eine Bevölkerungsgruppe bilden, die erst durch Handelsbeziehungen entstanden ist und heutzutage immer noch eine besondere Stellung in der tansanischen Gesellschaft einnimmt.

Grenzüberschreitende Wanderungsbewegungen bieten Chancen für MigrantInnen und Aufnahmeländer, sind häufig aber auch mit Problemen – nicht zuletzt für die Herkunftsstaaten – verbunden. Der Beitrag von Elisabeth Steinle-Paul behandelt die Problematik der Arbeitsmigration am Beispiel der Fachkräfteabwanderung im Gesundheitswesen.

Wir haben bewusst Artikel gewählt, die auf ganz unterschiedliche Weise Zugang zur Migrationsthematik finden. In der Hoffnung, dass Ihnen unsere Zusammenstellung gefällt, wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen.