4 | 2017

Metropolen – Magnet für Millionen

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Die tansanischen Städte Mwanza, Dodoma, Mbeya und Daressalam verzeichnen stetiges Wachstum. Mit 5,5 Millionen Einwohner*innen ist die Metropole Daressalam auf dem besten Weg zur Megacity. Prognosen schätzen, dass 2030 dort etwa zehn Millionen Menschen wohnen werden.In den expandierenden Städten treffen unzählige Lebensrealitäten aufeinander. Die Menschen sprechen verschiedene Sprachen und Sprachvarietäten, wie Helena Funk und Pierre Bonnet aufzeigen, und kommen aus unterschiedlichem städtischen oder ländlichen Umfeld. Widersprüche und vielfältige Perspektiven entstehen, ebenso Konflikte und neue Formen sozialer Organisation.

Ausgehend von unserem Studientag „Sta(d|t)tliche Perspektiven für Tansania" vom 28. und 29. Oktober in Leipzig, beschäftigt sich dieses HABARI-Heft mit diversen Sichtweisen auf die tansanischen Urbanisierungsprozesse. Die Autor*innen machen auf soziale, ökonomische und ökologische Probleme wie informelle Erwerbsarbeit, sanitäre Defizite und fatale Umweltfolgen aufmerksam, sehen aber durchaus auch Chancen.Harrison Kalunga Mwilima beschreibt neue politische Ideen zur Stadt als Bereich, in dem gesellschaftliche Partizipation und kulturelle Freiräume möglich sind. Nikitta Dede Adjirakor gibt einen Einblick in die Poetry Szene von Daressalam.

„Stadt" lässt sich jedoch nicht nur auf Probleme oder Chancen reduzieren. Vor allem nicht, wenn mit dem Ideal der „modernen Stadt" eine europäische Vorstellung gemeint ist. Zu diesem Thema steht der Beitrag Dirk Brongers dem kritischen Standpunkt Patrick Schukallas gegenüber, der den Begriff der Moderne dekonstruiert.Eine weitere Dimension eröffnet Patrick Hege mit der Betrachtung der kolonialen Vergangenheit, die noch heute in der Architektur Daressalams sichtbar ist.

Es bleibt spannend, wie sich Städte in Tansania und Deutschland weiterhin entwickeln. Wir wünschen Ihnen ein „stattliches Vergnügen“ beim Lesen!

Im Namen des Redaktionsteams

Valérie Röpsch