1 | 2018

Tourismus – Gewinner und Verlierer

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Das internationale Reisegeschäft boomt, und die gefragten Urlaubsgebiete dieser Welt platzen aus allen Nähten. Auch in Tansania ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen. Kein Wunder, denn das Land hat einiges zu bieten: Von den klassischen Safaris über Abenteuer- und Wandertouren rund um und auf den Kilimandscharo bis zur Besichtigung kultureller Stätten, von Sansibar mit seinen traumhaften Stränden und den verwinkelten Gassen von Stone Town bis zum pulsierenden Nachtleben der großen Städte.

In einem einleitenden Artikel liefert Niels Kölker entsprechende Fakten und Zahlen. Im Fokus des Heftes steht die Frage, wer am Ende wirklich vom großen Spiel profitiert: internationale Touristikunternehmen oder die tansanische Bevölkerung? Wie sieht es mit Schäden an Umwelt und Natur aus? Dass die Großwildjagd im derzeit praktizierten Ausmaß mit Billigung der Regierung einen traurigen Teil dazu beiträgt und zudem den Lebensraum der Maasai bedroht, die aber gleichzeitig als fotogenes Aushängeschild benutzt werden, legen Marisa Sann, Helga Lippert und Arnold Kiel dar.

Und der Staat? Präsident Magufulis Rechnung erscheint auf den ersten Blick einfach: Höhere Steuern auf Tourismusgewinne sanieren den Staatshaushalt. Welche erschreckenden Schattenseiten die neuesten Gesetzesänderungen und Regularien aber für die Branche haben, wird ebenso erläutert wie Verbesserungen der touristischen Infrastruktur im Lauf der letzten Jahrzehnte.

Im letzten Drittel der aktuellen Ausgabe widmen wir uns Aspekten, die den globalen Tourismus betreffen und gleichzeitig für Tansania relevant sind, z.B. dem zwielichtigen Trend zum „Voluntourismus“ oder der Frage nach klimagerechtem und nachhaltigem Reisen. So hat die Welttourismusorganisation UNWTO das Jahr 2017 zum „Internationalen Jahr des Nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ ausgerufen und dazu einige Ziele und Positionen herausgearbeitet. Genau diese Ziele hat Antje Monshausen einmal näher betrachtet und dabei ein eindeutiges Urteil gefällt: Es gibt noch viel zu tun!

Eines wird deutlich: Das Thema bietet eine Vielzahl von Perspektiven. Es gilt, die eigenen Sichtweisen zu hinterfragen, mit offenen wie auch kritischen Augen durch die Welt zu gehen und die Wand des Scheins zwischen den Betrachter*innen und der Realität einzureißen. So bietet der Tourismus neben vielen Risiken auch Chancen für alle Beteiligten.Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche „Lese-Reise“ mit dem ersten HABARI im Jahr 2018.

Im Namen der Redaktion

Niels Kölker und Daniela Tschuschke