2 | 2018

Neue Wege in der Entwicklungszusammenarbeit

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Entwicklungshilfe war gestern – so heißt die provokative These, die das in Frage stellt, was jahrzehntelang von westlichen Ländern angeblich zur Entwicklung von sogenannten Entwicklungsländern geleistet wurde. Oft nur mit kleinem Budget als Feigenblatt und nicht besonders erfolgreich, wie wir alle wissen.

Das Tanzania-Network hat im März einen gut besuchten Studientag zu dem Thema veranstaltet. Einen Teil der Referate veröffentlichen wir im aktuellen Heft: So legt Dr. Harrison Kalunga Mwilima dar, dass sein Land nicht nur Empfänger von Hilfe war und ist, sondern auch eine Geschichte als Geber hat. Die Rolle der Frauen beleuchtet Aneth Lwakatare-Thumm, und Sebastian Müller lenkt den Blick auf die islamische Entwicklungsarbeit in Tansania.

Wir werden bis 2025 ein Schwellenland sein – so lautet das Credo von Präsident Magufuli. Er will sich stark machen für mehr Unabhängigkeit von ausländischen Gebern und schwankenden Rohstoffpreisen, vor allem aber die dringend benötigten Jobs schaffen. Ein großes Vorhaben, für das in Tansania etliche Rahmenpläne formuliert wurden und das politische Veränderungen – weit weg von unserem Demokratieverständnis – nach sich zieht. Lesen Sie eine Zusammenfassung, auch der bisher erfolgten Schritte.

Ein Umdenken und Umlenken findet aber nicht nur in Tansania statt. Auch im übrigen Subsahara-Afrika werden Stimmen lauter, die neue Wege fordern. Re-Thinking Africa heißt die Devise des Panafrikanisten Kambure Kamputo, der zugleich die afrikanische Rolle in dem Prozess betrachtet. Und in den sogenannten Geberländern und Entwicklungshilfeorganisationen wird die bisherige Politik auf den Prüfstand gestellt – nicht zuletzt unter dem Vorzeichen der Fluchtursachenbekämpfung. Einen kritischen Blick auf diese Veränderungen werfen Nico Beckert und Daniela Tschuschke. Ebenso erfahren Sie, wie sich die Evangelische Kirche in Deutschland positioniert. Über ein Forschungsvorhaben der Humboldt-Universität zu Berlin, das den Focus auf die AICs (African Initiated Churches) als neuen Entwicklungspartner setzt, berichtet Gina Krebs. Die Diskussion und der Umbau sind in vollem Gang. Beyond Aid, was kommt dann?

Wir freuen uns, Ihnen mit vielfältigen Informationen und Meinungen Denkanstöße zur eigenen, intensivierten Beschäftigung mit dem Thema zu präsentieren. Für weitere Diskussionen steht Ihnen das HABARI als Plattform gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns und teilen Ihre Einschätzung mit anderen Lesern!

Eine aufschlussreiche Lektüre für den Sommer wünscht Ihnen für die HABARI-Redaktion

Elisabeth Steinle-Paul