3 | 2018

Beziehungen gestern und heute: Tansania – Indien – Oman

INHALTSVERZEICHNIS

BESTELLEN

die Beziehungen zwischen Ostafrika und Asien waren in den letzten Wochen immer wieder Thema in den Medien. Große Geldsummen aus China überquerten den Ozean, und Indien möchte mit der Einrichtung eines Technology Demonstration Center relevante Technologien in Tansania fördern. Neu sind solche Projekte nicht, denn Tansania verbindet mit Ländern wie Indien oder dem Oman eine lange Geschichte.


Schon vor 1896, dem Baubeginn der ersten Eisenbahnlinie, kamen viele indische Immigranten ins Land. Eric Burton, Historiker an der University of Exeter, schildert die Geschichte der indischen Diaspora in Tansania, zeigt die Etablierung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen auf und beschreibt die Erfahrung der jeweils anderen als fremd. Arnold Kiel und Elisabeth Steinle-Paul stellen zwei Familien indischer Herkunft vor – die eine muslimischen, die andere christlichen Glaubens. Die Protagonisten erzählen von Integration, Identität und intensiven Kontakten über Religionsschranken hinweg.

Im Oman ist Kiswahili beinahe eine zweite Nationalsprache. Den Hintergründen geht Dr. John Njenga Karugia in seinem Essay nach. Umgekehrt finden sich im Design afrikanischer Kangas omanische Einflüsse. Doch auch Motive aus anderen Ländern kann Phyllis Ressler anhand 150 Jahre alter Stoffe definieren und somit die Geschichte vielseitiger Einwirkungen auf Tansania rekonstruieren. Heutzutage suchen viele Tansanierinnen einen Job im Nahen Osten und lassen ihre Familien zurück, um dort eine Anstellung zu finden. Der Report von Human Rights Watch berichtete 2017 über die prekären Arbeitsbedingungen der Hausangestellten. Die Zusammenfassung menschenunwürdiger Erlebnisse, die einige von ihnen offenbarten, bietet einen erschütternden Einblick in zerplatze Träume und organisierte Ausbeutung.

Auch der Regisseur Amil Shivji greift kritische gesellschaftliche Themen auf. Er war Schirmherr des diesjährigen „Afrika Film Festival Köln“ und präsentierte dort und in Berlin sein neues Werk „T-Junction“. Im Interview spricht er über die aktuellen Veränderungen in seinem Heimatland und teilt mit uns seinen Blick auf die Zukunft Tansanias.

Wieder einmal treffen im HABARI vielfältige, teils gegensätzliche Gesichtspunkte aufeinander. Wie einst der Indische Ozean zum Bindeglied zwischen Handelspartnern wurde, so verknüpft das „Meer der Meinungen“ Fakten, Interpretation und persönliche Erfahrung.
Wir wünschen Ihnen „auf sanften Wellen“ viel Freude und Anregung beim Blättern und Lesen.


Im Namen der HABARI-Redaktion

Helga Lippert und Laura Ratert