Pressemitteilung | Rassismus und Diskriminierung im Nachtleben in München und allgemein in den deutschen Städten!

Pressemitteilung des Zentralrates der afrikanischen Gemeinde in Deutschland

Rassismus und Diskriminierung im Nachtleben in München und allgemein in den deutschen Städten!

Die afrikanische Community in Deutschland ist sehr besorgt über die Zunahme von rassistisch motivierten Gewalttaten und rassistischen Tendenzen in der deutschen Gesellschaft, wie dem Bericht des Verfassungsschutz und verschiedenen Studien zu entnehmen ist. 

Neben rassistischen Polizeikontrollen (Racial Profiling) und Blackfacing in den deutschen Theatern und Fernsehen mit denen Menschen afrikanischer Herkunft/Schwarze Menschen konfrontiert sind, werden Menschen afrikanischer Herkunft/Schwarze Menschen stark von Alltagsrassismus betroffen.

Das beste Beispiel liefert die neuliche Ausgrenzungserfahrung, die Herr Hamado Dipama in den Münchner Diskotheken und Nightclubs an eigenem Leib erfahren musste.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als gewähltes Mitglied des Ausländerbeirats der Landeshauptstadt München, organisierte Herr Dipama Ende April 2013 eine Testingaktion in den Münchner Diskotheken, um deren Einlasspolitik zu überprüfen. Gemeinsam mit seinen Kollegen und Freunden hat er in zwei Nächten 25 Diskotheken besucht und dieses endete mit einem erschütterndem Ergebnis: Die afrikanischen und türkischen TestteilnehmerInnen wurden 20 mal abgewiesen!

Dass Herr Dipama durch seinen Glauben an den Rechtsstaat die Entscheidung getroffen hat, einen gerichtlichen Weg zu gehen, ist aus unserer Sicht sehr zu begrüßen und wir überbringen ihm hiermit unsere Solidarität ausdrücklich!
Diese Art von Rassismus und Diskriminierung ist eine von vielen in vielerlei gesellschaftlichen Sphären, welche wir, Menschen afrikanischer Herkunft heute noch, im 21 . Jahrhundert, am eigenen Leib erfahren müssen.

"36 Jahre nach der ersten Weltkonferenz zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung, welche von den Vereinten Nationen organisiert 1978 in Genf stattfand, haben wir, Menschen afrikanischer Herkunft hier in Deutschland nicht die gleichen Chancen auf dem Wohnungs­ und Arbeitsmarkt und auch nicht im Nachtleben. Rassistische Polizeikontrollen gehören zu unserem Alltag und unsere Kinder erleben dieses Phänomen im Schul­ und Bildungsbereich", so Moctar Kamara, Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland.

Rassismus endet leider nicht nur bei der Ausgrenzung, er ist tödlich! Wir haben schon viele Familienangehörige verloren, die durch rassistisch motivierte Angriffe getötet wurden.

Deswegen ist es höchste Zeit, dieses menschenverachtende Phänomen zu erkennen und ernsthaft zu bekämpfen.

Wir appellieren an die gesamte Gesellschaft, Zivilcourage zu zeigen und gemeinsam dem Rassismus und der Diskriminierung keinen Raum in unserer Mitte zu gewähren. Wir hoffen, dass das Münchner Gericht diese fortbestehende Problematik erkennen wird und rassistische Praxen nicht legitimiert.