OECD-Studie | Die ärmsten Länder bekommen weniger Geld

 Paris. - Die Entwicklungshilfe bleibt stabil, allerdings lässt die Unterstützung für die ärmsten Länder nach. Dies geht aus den am Mittwoch in Paris von der OECD veröffentlichten vorläufigen Zahlen zur öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance - ODA) hervor. Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat Deutschland im vergangenen  Jahr rund 1,5 Milliarden Euro mehr bereitgestellt als im Jahr 2013. Das entspreche einem Plus von 14 Prozent.

Demnach betrug die Höhe der deutschen ODA-Leistungen im Vorjahr rund 12,2 Milliarden Euro. Deutschland ist damit weiterhin der drittgrößte Geber, nach den USA und Großbritannien. Die deutsche ODA-Quote, das heisst das Verhältnis der öffentlichen Entwicklungsleistungen zum Bruttonationaleinkommen, stieg, laut BMZ von 0,38 % im Jahr 2013 auf 0,41 % im Jahr 2014.

Entwicklungsminister Gerd Müller sagte dazu: "Deutschland trägt damit seiner wachsenden Verantwortung in der Welt Rechnung. Entwicklungszusammenarbeit hat in unserer globalisierten Welt einen immer höheren Stellenwert. Von den Flüchtlingskrisen weltweit über die Bekämpfung von Hunger und Armut, der Stärkung der Gesundheitssysteme bis hin zu unseren Anstrengungen, den Klimawandel zu stoppen - Wir sind eine Welt und tragen gemeinsam Verantwortung."

Nach Angaben des BMZ plant die Bundesregierung in den kommenden Jahren eine weitere Steigerung der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Insgesamt sind für die Jahre 2016 bis 2019 zusätzlich mehr als 8,3 Mrd. Euro für ODA- anrechenbare Ausgaben vorgesehen. Zusammen mit dem ersten ODA-Paket in Höhe von zwei Milliarden Euro zu Beginn dieser Legislaturperiode sieht die Bundesregierung damit zusätzliche ODA-Mittel in Höhe von 10,3 Mrd. Euro vor (für  2014–2019).

Seit dem Jahr 2000, dem Jahr der UN-Entwicklungsziele, sind die ODA-Leistungen, laut OECD real um 66 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu 2013 verzeichnen knapp die Hälfte der 28 DAC-Länder ein Wachstum: Deutschland, Finnland, Schweden und die Schweiz steigerten ihre ODA-Leistungen in diesem Zeitraum am meisten. Noch immer kommen aber nur fünf Länder auf das UN-Ziel von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens: Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden und Großbritannien.

OECD: Global Outlook on Aid 2014 

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Quellen: oecd.org | bmz.de