Armenien – Namibia – Tansania: Völkermord ist Völkermord

Das Tanzania-Network hat den Appell „Völkermord ist Völkermord“ (www.genocide-namibia.net) unterzeichnet. Es stellt sich hinter die Forderung, dass Deutschland den Genozid an den OvaHerero und Nama während der deutschen Kolonialzeit in Namibia offiziell anerkennt. Deutschland kann nicht nur andere Länder wie die Türkei und deren Umgang mit dem Genozid an Armenierinnen und Armeniern kritisieren, sondern muss sich auch mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Bis heute stellen sich das Parlament und die Regierung Deutschlands unzureichend den eigenen Kriegsverbrechen während der deutschen Kolonialzeit. Neben dem Völkermord auf dem Gebiet des heutigen Namibias gehört dazu u.a. der Tod von deutlich mehr als 100.000 Menschen im Süden des heutigen Tansania. Während des Maji-Maji-Krieges von 1905 – 1907 kamen sie bei Kämpfen und der systematischen Zerstörung von Dörfern und Feldern durch deutsche Truppen in Südtansania ums Leben. Die Folgen sind bis heute in dieser Region zu spüren.



Die Forderungen des Appells für Namibia gelten in ähnlicher Weise für die Auswirkungen der deutschen Kolonialherrschaft in Tansania. Selbst die Identifizierung und Rückgabe von nach Deutschland verschleppten Gebeinen ist immer noch offen. Menschen, die im Widerstand gegen die deutsche Herrschaft getöteten wurden, konnten in vielen Fällen nicht von ihren Familien bestattet werden. Ihre Gebeine wurden zu sogenannten Forschungszwecken und für ethnographische Sammlungen in deutsche Forschungseinrichtungen und Museen gebracht. Dort lagern sie bis heute und es besteht von offizieller Seite wenig Bereitschaft sie zu identifizieren und zurückzugeben.

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Der Apell: