Welt-Risiko-Bericht 2015: Hunger erhöht Verletzlichkeit bei Katastrophen, Kriegen und Konflikten

Die katastrophalen Auswirkungen von Naturgewalten wie Erdbeben oder Wirbelstürmen können durch eine gesicherte Ernährung der Menschen eingedämmt werden. Das ist die Kernaussage des Welt-Risiko-Berichts 2015, der am Dienstag in Berlin vom Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen vorgestellt wurde.

Hunger, Katastrophen, Kriege und Konflikte

"Wer Hunger hat, ist verletzlicher bei Katastrophen, Kriegen und Konflikten", sagte Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft und Projektleiter des Welt-Risiko-Berichts. Zwar müssten bis 2030 etwa 1,2 Milliarden Menschen mehr ernährt werden, noch einmal soviel wie derzeit in Indien leben. Doch Mucke sieht gute Chancen, bis zum Jahr 2030 das international vereinbarte "Null-Hunger-Ziel" zu erreichen: "Rein rechnerisch gibt es genug Nahrung für alle. Aber ungerechte Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte, Verschwendung von Lebensmitteln und Verluste bei Ernte oder Transport sind verantwortlich dafür, dass noch immer Menschen hungern müssen."

Welt-Risiko-Index 2015

Wichtiger Bestandteil des Welt-Risiko-Berichts ist auch in diesem Jahr der Welt-Risiko-Index. Der Index bewertet das Katastrophenrisiko von 171 Ländern durch eine kombinierte Analyse von Naturgefahren und gesellschaftlichem Umfeld. Dabei weist auch 2015 der Inselstaat Vanuatu das größte Risiko auf. Erst im März verwüstete Wirbelsturm Pam das Land. Auf den Rängen 2 und 3 folgen Tonga und die Philippinen, die im Vergleich zum Vorjahr lediglich die Plätze getauscht haben. Deutschland liegt auf Platz 146.

Ernährungssicherheit und Katastrophenrisiko

"Der Bericht zeigt deutlich, dass Hunger und schlechte Ernährungssituation negative Auswirkungen auf das Katastrophenrisiko haben, da die Anfälligkeit der entsprechenden Bevölkerung gegenüber Naturgefahren hierdurch deutlich erhöht wird", sagte Matthias Garschagen, wissenschaftlicher Leiter des Welt-Risiko-Berichts und Abteilungsleiter für Risikoabschätzungen an Universität der Vereinten Nationen. Aber auch umgekehrt kann eine Katastrophe fatale Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit haben.

Welt-Risiko-Bericht 2015

Quelle: epo.de