Entwicklungspolitische Bildung in Deutschland ausbaufähig

Der World University Service (WUS) hat am Mittwoch die aktuellen Daten zu den Ausgaben der OECD-Staaten für entwicklungsbezogene Bildungs- und Informationsarbeit veröffentlicht. Laut Empfehlung des United Nations Development Programme (UNDP) sollen die Ausgaben in diesem Bereich bis zu drei Prozent der Gesamtausgaben für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) betragen. Der WUS fordert einen Ausbau der Ausgaben, vor allem in Deutschland.

Deutschland gibt nach Angaben der OECD 0,65 Prozent der ODA-Ausgaben für entwicklungspolitische Bildung aus. Deutschland liegt damit im OECD-Vergleich an siebter Stelle, unter anderem hinter Österreich und Luxemburg.

WUS sieht den weiteren Ausbau der Angebote zum Globalen Lernen in Deutschland und die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für notwendig und sinnvoll an. "In diesem Zusammenhang ist es erfreulich, dass die Bundesregierung erneut den Haushaltsansatz für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit von 25 Mio. Euro im Jahr 2015 auf nun mehr 35 Mio. Euro für 2016 anheben wird. So kann der drei Prozent-Zielmarke näher gekommen werden“, so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des WUS.

"Eine stärkere Förderung der Bildungsarbeit ist essentiell, um die Akzeptanz für Veränderungsprozesse in der eigenen Gesellschaft zu erhöhen. Der Blick nach innen steht ganz im Zeichen der neuen globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs), die ebenso die Länder des Globalen Südens wie die Länder des Globalen Nordens in die Pflicht nehmen", so Ghawami.

Denn nur wer über die notwendigen Informationen zur Entwicklungspolitik verfügt, könne diese Informationen den alltäglichen Entscheidungen und dem eigenen Handeln zugrunde legen. Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit verfolgt das Ziel, aktive Beteiligung an einer sozial gerechten Gesellschaft in der globalisierten Welt zu fördern, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und zu verantwortungsvollem Handeln zu motivieren.

Quelle: wusgermany.de