COP-21: Zwei Initiativen zum Umweltschutz in Afrika gegründet – Aufforstung und Erneuerbare Energien

Anlässlich der Klimaverhandlungen in Paris (COP-21) haben Regierungsvertreter afrikanischer Länder den Start von zwei Initiative angekündigt. Zum einen wurde eine Initiative zur Aufforstung großer Waldlandschaften und zum anderen eine Initiative zum vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien beschlossen.

AFR100-Initiative: Afrikanische Länder wollen enorme Flächen von Waldlandschaften wiederherstellen

Das Ziel der Initiative ist, bis 2030 rund 100 Millionen Hektar Wälder und baumreiche Landschaften in Afrika wiederherzustellen. Das Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union (NEPAD), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das World Resources Institute (WRI) haben AFR100 mit ins Leben gerufen.

Aktuell umfasst AFR100 zehn afrikanische Länder (Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, Niger, Ruanda, Togo und Uganda). Diese Staaten haben laut BMZ bereits zugesagt, insgesamt mehr als 30 Millionen Hektar degradierte Flächen wiederherzustellen.

"Wir wissen, dass die Wiederherstellung von Landschaften in Afrika funktioniert und großen Nutzen bringt", erklärte Ibrahim Assane Mayaki, CEO von NEPAD und ehemaliger Premierminister von Niger. "Wir müssen die erfolgreichen Maßnahmen jedoch auf den ganzen Kontinent ausweiten – das Potenzial für die Wiederherstellung von Waldlandschaften in Afrika liegt bei mehr als 700 Millionen Hektar."

"Die Staaten der Welt verhandeln in Paris über ein Klimaabkommen, und die afrikanischen Länder – die historisch die geringste Verantwortung für den Klimawandel tragen – übernehmen mit ihren ehrgeizigen Verpflichtungen zur Wiederherstellung von Landschaften eine echte Führungsrolle. Und dies ist nicht nur wichtig für die Speicherung von CO2, sondern wird v.a. auch der armen ländlichen Bevölkerung großen Nutzen bringen."

COP21: Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika ins Leben gerufen

Ziel der afrikanischen Initiative für Erneuerbare Energien (AREI) ist es, generellen Zugang zu Energie auf dem Kontinent zu ermöglichen. Bis 2020 sollen 10 Gigawatt zusätzliche Leistung installiert werden. Bis 2030 soll eine Gesamtleistung von rund 300 Gigawatt erreicht werden.

Mit der Gründung der African Renewable Energy Initiative (AREI) haben Afrikas politische Führer ihr Engagement zur Elektrifizierung des Kontinents auf der diesjährigen Klimakonferenz in Afrika unterstrichen. Rund 640 Millionen Menschen in Afrika haben derzeit keinen Zugang zu Elektrizität.

Das übergeordnete Ziel von AREI ist, bis zum Jahr 2030 rund 300 Gigawatt Strom für Afrika aus sauberen, erschwinglichen und angemessenen Energiequellen zu erzeugen. Solarenergie wird dabei voraussichtlich eine wichtige Rolle spielen. "Wir sind bereit, uns für eine massive Erweiterung der Solar- und Windenergie einzusetzen, um eine 100prozentige Erreichbarkeit von Strom für die Menschen in Afrika zu erreichen", sagte Judi Wakhungu, Kenias Umweltkabinettssekretärin.

Im Vorfeld der Klimaverhandlungen, erklärte die Afrikanische Entwicklungsbank, sie würde die Finanzierung von Klimaprojekten bis 2020 auf fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr verdreifachen, sodass Klimainvestments rund 40 Prozent aller Neuinvestitionen ausmachen. Die Hälfte davon soll verwendet werden, um Afrikas Treibhausgasemissionen durch den Zubau erneuerbarer Energien - insbesondere Solarenergie - zu reduzieren. Der Rest fließe in Projekte, die afrikanischen Volkswirtschaften eine Anpassung an den Klimawandel ermöglichen, zum Beispiel durch den Anbau klimaresistenter Pflanzen oder die Verbesserung des Zugangs zu Wasser.

Quellen: pv-magazine.debmz.de