Flucht und Migration: Rolle der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe

Kein Thema wird derzeit in der europäischen Politik, den europäischen Medien und der europäischen Bevölkerung so intensiv diskutiert wie die Flüchtlingssituation. In der Debatte wird der Ruf nach der Bekämpfung der Flucht- und Migrationsursachen durch die Verstärkung entwicklungspolitischer Anstrengungen lauter. Während die Aufgaben im Rahmen der Aufnahme, Versorgung und Integration von Flüchtlingen riesig, aber weitgehend bekannt sind, besteht bezüglich internationaler Maßnahmen zur Bekämpfung von Fluchtursachen große Unsicherheit.

VENRO stellt in einem Postionspapier fest, dass insbesondere in der humanitären Hilfe die vorhandenen Finanzmittel nicht ausreichen. Viele Menschen haben demnach überhaupt keinen Zugang zu Versorgung. Selbst in den Flüchtlingslagern würden Menschen nicht mehr ausreichend versorgt. Das Volumen des UN-Planes für humanitäre Hilfe und Resilienz in Syrien und den Nachbarländern (Regional Refugee and Resilience Plan) beträgt 2015 5,5 Milliarden US-Dollar, davon sind nur 41 Prozent gedeckt. Diese Finanzierungslücken müssten dringend geschlossen werden.

Außerdem macht VENRO darauf aufmerksam, dass in aktuellen Diskussionen Entwicklungspolitik als Schlüssel für eine rasche Lösung von Krisensituationen gesehen werde. Staatliche und zivilgesellschaftliche Entwicklungspolitik setze jedoch auf systemischen und strukturellen Wandel und wirke langfristig. Im Fokus stehe die Beseitigung von Armut und Hunger, der Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen und der zivilgesellschaftlichen Partizipation. Mehr entwicklungspolitisches Engagement sei auf allen Ebenen notwendig und solle weiter ausgebaut werden.

Quelle: entwicklungsdienst.de