Genitalverstümmelungen bei Mädchen

Laut der Stiftung Weltbevölkerung droht mehr als 15 Millionen Mädchen bis 2020 eine Genitalverstümmelung, wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt. UNICEF geht davon aus, dass momentan etwa 200 Millionen Mädchen und junge Frauen weltweit von Genitalverstümmelungen betroffen sind.

Genitalverstümmelungen bei Mädchen sind vor allem in Ländern Afrikas und des Mittleren Ostens verbreitet, wo dieser Eingriff als wichtiger Übergang vom Mädchen zur Frau gesehen wird. Die Mädchen sind meistens nicht einmal 15 Jahre alt. Bei der Genitalverstümmelung wird die Klitoris meist mit Glasscherben oder Rasierklingen ohne Narkose entfernt. Die Betroffenen leiden häufig lebenslang unter den Folgen – wie Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt. Häufig sterben die Mädchen/Frauen an den Folgen der Genitalverstümmelung.

Auch in Europa sind – nach Schätzungen des EU-Parlaments – rund 500.000 Mädchen betroffen. Aus diesem Grund haben Frauenrechtsorganisationen Multiplikatorinnen ausgebildet, die die betroffenen Communities aufklären. Da die Multiplikatorinnen selbst Mitglieder der jeweiligen Community sind, haben sie einen besseren Zugang zu betroffenen Mädchen als etwa staatliche Institutionen. Ein Beispiel stellt das Programm CHANGE Plus von TERRE DES FEMMES dar.