Achille Membe: Kritik der schwarzen Vernunft

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein Werk vom Politologen und Philosophen Achille Mbembe veröffentlicht. Laut Membe umfasst der Begriff "schwarze Vernunft" die Denkweise der rassistisch und ökonomisch motivierten Deklassierung von Menschen. In der Vergangenheit dienten Konzepte von "Rasse" Kolonialherren, Sklavenhaltern und anderen dazu, Gewalt, Ausbeutung und koloniale Unterdrückung zu legitimieren. Mbembe zeichnet die Entwicklung dieser Strukturen von Beginn des transatlantischen Sklavenhandels an nach und findet sie auch im heutigen globalisierten Kapitalismus wieder: Wer Menschen abseits des Produktionsprozesses als wertlos betrachte, führe diese koloniale "schwarzen Vernunft" fort. In der Wirtschaft, aber auch in der Sicherheitspolitik seien, so der Autor, Maßnahmen der Klassifizierung am Werk, die Kontrolle und Ausgrenzung befördern und so eine "Kategorie der Menschheit" erhalten, die im globalen Kontext dauerhaft marginalisiert bleibt.

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