Malawi - Tansania | 8 in Malawi inhaftierte tansanische UweltaktivistInnen freigelassen- UPDATE vom 18.04.2017

UPDATE vom 18.04.2017: Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Frontline Defenders wurden die 8 AktivistInnen am 12.04.2017 freigelassen. Wir begrüßen diese Entscheidung der malawischen Behörden sehr, kritisieren aber weiterhin den unfairen und langwierigen Prozess. Mehr zum Fall auf der Seite von Frontline Defenders.

Ursprünglicher Text:

Der Gerichtsprozess im Fall gegen acht tanzanische Umwelt-Aktive hat eindeutig offenbart, daß die 8 am 20. Dezember 2016 in eine von malawischen Behörden geplante Falle gelockt worden waren, infolgedessen sie wegen "unerlaubten Betretens" verhaftet worden waren; die an selber Stelle verhafteten Malawier wurden umgehend freigelassen. 

Ein letztendlich konstruierter Anklagepunkt, nachdem die 8 unerlaubte "reconaissance"-Aktiviäten bezüglich Bodenschätzen durchgeführt hätten - angebliche Beweisstücke: eine Thermosflasche und ein Behälter mit pH-Papierchen - erwies sich als vollkommen haltlos, nachdem der von der Staatsanwaltschaft in den Zeugenstand gerufene Director of Mines in the Ministry of Natural Resources, Energy and Mining (für Bergwerke zuständige Direktor im Ministerium für Bodenschätze, Enerige und Bergbau) am 22. Februar erklärte hatte, daß die Gruppe für die von ihnen beabsichtigen Aktivitäten keinerlei Genehmigung benötigt hätten (zu deren Ausführung sie gar nicht kamen).

Seit über 5 Wochen warten die Verhafteten Personen nun auf ein Urteil in einem Fall, dessen Anklagepunkte längst hinfällig sind, willkürlich festgehalten von malawischen Behörden. 

Es ist offensichtlich, daß die 8 Tansanier entweder wegen ihrer uranbergbaukritischen Aktivitäten inhaftiert wurden, oder weil sie als Tansanier den malawischen Behörden als Unterpfand in einem Grenzkonflikt mit Tanzania dienen - in  jedem Fall aber willkürlich inhaftiert sind. 

Der Fall wurde an die zuständigen UN Sonderberichterstatter für Menschenrechts-Verteidiger, Michel Forst, und für Umwelt und Menschenrechte, John Knox, weitergegeben, FRONTLINE DEFENDERS arbeitet ebenfalls an dem Fall.

Am Donnerstag 30. oder Freitag 31. März soll nun endlich ein Urteil verkündet werden. das nach unserer Auffassung angesichts des Prozessverlaufs nur auf Freispruch lauten kann. Allerdings gibt es Anzeischen, daß nicht nur das Gericht entscheidet, sondern die malawische Regierung von höchster Ebene aus mitredet.

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